Die staatliche Anerkennung der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ)
摘要
Die Entstehung der Islamischen Glaubensgemeinschaft vor über vierzig Jahren und ihre Entwicklung seither haben eine bedeutende Rolle bei der Integration der Muslim*innen in Österreich gespielt. Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) versucht, den Islam mit Erfahrungen aus verschiedenen politischen, theologischen und gesellschaftlichen Verhältnissen europäisch zu prägen. Dabei sind jedoch die Grenzen und Chancen dieser Bemühungen deutlich geworden: Die IGGÖ agiert als administrative Einrichtung der Muslim*innen – ohne theologische Kompetenzen und ohne Unterstützung durch religiöse Autoritäten der Moscheegemeinden und Verbände. Dies erschwert ihre Bemühungen, den Islam innerislamisch den gesellschaftlichen Verhältnissen anzupassen. Eine rechtliche Anerkennung stellt also lediglich den Anfang der gesellschaftlichen Integration der Muslim*innen in Österreich dar. In den innerislamischen Debatten über das Verhältnis zum Staat und zur Gesellschaft stehen sowohl Muslim*innen als auch die Mehrheit der Gesellschaft vor erheblichen Herausforderungen. Die Integration der neuen Strukturformen des Islam in die Theologie der muslimischen Organisationen bleibt eine gesellschaftliche Aufgabe, die bewältigt werden muss.