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Wie kann der islamische Religionsunterricht islamistische Radikalisierung verhindern? Eine Interviewstudie mit Wissenschaftler*innen und Dozierenden der Studiengänge der Islamischen Theologie in Deutschland

  • Margit Stein,
  • Veronika Zimmer

摘要

In den letzten Jahren hat der islamische Religionsunterricht in Deutschland an Bedeutung gewonnen. Politisch ist der islamische Religionsunterricht mit unterschiedlichen Erwartungen aufgeladen. Jedoch gibt es bislang nur wenige Publikationen oder Studien zur Frage, inwiefern der islamische Religionsunterricht diese Erwartungen einlösen kann. In dem vorliegenden Beitrag richtet sich der Blick darauf, inwieweit der islamische Religionsunterricht in der Immunisierung gegen einen radikalen Islam eine Rolle spielt bzw. spielen soll. Anhand einer Interviewstudie mit Wissenschaftler*innen und Dozierenden an unterschiedlichen Standorten der Islamischen Theologie in Deutschland wird untersucht, welche Rolle sie der islamischen Religionslehrkraft in der Aufgabe der Radikalisierungsprävention beimessen. Das hier vorgestellte BMBF-geförderte Projekt UWIT (Gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in der Förderlinie Gesellschaftliche Ursachen und Wirkungen des radikalen Islam in Deutschland und Europa (2020–2024).) (Ursachen und Wirkungen des radikalen Islam aus Sicht [angehender] islamischer Theolog*innen) geht daher der Frage nach, ob der islamische Religionsunterricht präventiv gegen Radikalisierung wirken kann oder ob hier andere Sozialisationsinstanzen gefordert sind. Ferner untersucht die Studie eine mögliche inhaltliche und didaktisch-methodische Ausrichtung eines islamischen Religionsunterrichts, der eine präventive Kraft gegen islamistische Radikalisierung entfalten kann. Die befragten Wissenschaftler*innen und Dozierenden der Institute für Islamische Theologie bzw. Religionslehre in Deutschland betonen, dass die Schülerinnen und Schüler über die eigenständige und intensive Auseinandersetzung mit der eigenen Religion generell in Kompetenzbereichen der Reflexion gefördert werden müssten, damit eine nachhaltige Präventionsarbeit gewährleistet werden kann. Sie weisen darauf hin, dass dies nicht nur Aufgabe des Religionsunterrichts, sondern auch Aufgabe von Schule allgemein sowie der außerschulischen Jugendbildung ist.