„Wir müssen uns an das österreichische System anpassen.“ Erfahrungen und Orientierungen islamischer Religionslehrer*innen im österreichischen Schulsystem – empirische Erkenntnisse und Zugänge zur religiösen Bildung
摘要
Dieser Artikel präsentiert Teilerkenntnisse meiner Dissertation zu den professionsbezogenen Orientierungen und Erfahrungen islamischer Religionslehrkräfte an österreichischen Schulen mit besonderem Blick auf (inter-)religiöses Lernen. Die Studie orientiert sich am Habituskonzept Pierre Bourdieus und dessen Anwendung in der Religionspädagogik. Anhand exemplarisch ausgewählter Zitate werden einige zentrale kollektive religionspädagogische Orientierungen, die bei einer nach der Dokumentarischen Methode durchgeführten Gruppendiskussion zutage getreten sind, interpretiert. Es kommen also die Betroffenen selbst zu Wort. Zentrale Aspekte sind u. a.: die kontextabhängige Vermittlung religiös-kultureller Praxen, die Förderung innerislamischer Pluralitätsfähigkeit im Religionsunterricht, die Anpassung des islamischen Religionsunterrichts an die österreichische Lebensrealität, der subjektorientierte Habitus der islamischen Religionslehrpersonen, die Vorbildfunktion sowie die Moral- und Wertevermittlung, der Religionsunterricht als Toleranzerziehung, die Bedeutung interreligiösen Lernens für gesellschaftliche Pluralität, die Kompetenzen, die Religionslehrkräfte dafür benötigen, sowie das unzureichende Angebot an einschlägigen Aus- und Weiterbildungen.