Peer-Disclosure als Symptom einer intergenerationalen Kommunikationskrise in pädagogischen Institutionen
摘要
Der Artikel diskutiert Peer-Disclosure – d. h. jugendliches Sprechen über erlebte sexualisierte Gewalt – als eine jugendliche Praxis und Kommunikationsstrategie des Umgangs mit dem gesellschaftlichen Tabu um sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche. Peer-Disclosure wird als Symptom einer intergenerationalen Kommunikationskrise verstanden, die sich vor allem im Kontext pädagogischer Institutionen zeigt. Denn, wie aktuelle empirische Studien zeigen, sprechen Jugendliche vor allem mit Gleichaltrigen über erlebte sexualisierte Gewalt, obwohl pädagogische Institutionen dafür erwachsene Ansprechpersonen vorsehen. Der Beitrag diskutiert, wie Jugendliche sich untereinander in ihrem Alltag mit erlebter sexualisierter Gewalt auseinandersetzen, weil dieses verbreitete soziale Gewaltphänomen von Erwachsenen nicht thematisiert wird. Der Artikel geht der Frage nach inwiefern diese Kommunikationskrise durch erwachsenes Schweigen mithilfe des theoretischen Einbezugs der Positioniertheit der jugendlichen Sprecher*innen im Generationenverhältnis kritisch betrachtet werden kann. Diese Diskussion soll neue Sichtweisen auf die krisenhafte Kommunikationssituation in pädagogischen Institutionen ermöglichen.