Akademisierungsprozesse und ihre Konsequenzen im Professionsfeld der Rettungsdienste
摘要
Der Beitrag befasst sich am Beispiel der Rettungsdienste mit den interprofessionalen Folgen und Konsequenzen von Akademisierungsprozessen. Vorgänge der Akademisierung von Professionen betreffen nicht nur ihre Kompetenzen in den Bereichen des intraprofessionellen Wissens, Könnens und Handelns, sondern sie haben auch Konsequenzen für ihren professionale Anerkennung, ihre Zuständigkeiten und ihre Position in den interprofessionalen Kooperationen. Akademisierungsvorgänge können Professionen mit Befugnissen und Jurisdiktionen ausstatten, die in Inkongruenz zu den Erwartungen ihrer komplementären Klientelgruppen wie auch zu denen anderer Professionen zu stehen kommen können, mit denen sie enge arbeitsteilige Koordinations- und Kooperationsbeziehungen unterhalten müssen. Solche Folgen werden in dieser empirischen Studie am Beispiel der Akademisierung im Feld der Rettungsdienste untersucht. Es kann aufgezeigt werden, dass Akademisierungsvorgänge durchaus nicht immer als professionalisierungsfördernd und -funktional einzuschätzen sind, sondern auch mit konservierenden und retardierenden Tendenzen für den Status wie den Habitus von Professionen verbunden sein können, und zwar dann, wenn die erwartete professionale Autonomie von anderen Gruppen infrage gestellt wird oder nicht mit normativen oder gesetzlichen Vorgaben korrespondiert. Akademisierungsvorgänge stehen mithin durchaus in einem ambivalenten und nicht nur mit positiven Rückkopplungen verbundenen Verhältnis zu Prozessen der Professionsbildung und -genese.