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Künstliche Intelligenz und gesellschaftlicher Wandel – eine Herausforderung für demokratische Macht- und Herrschaftsverhältnisse

  • Peter Imbusch,
  • Joris Steg

摘要

Künstliche Intelligenz (KI) stellt eine Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts dar, die einen weitreichenden Einfluss auf sämtliche Bereiche der Gesellschaft und das alltägliche Leben der Menschen hat und weiterhin haben wird. Technische bzw. technologische Revolutionen haben seit jeher auch das Potenzial, zu gesellschaftlichen Umwälzungen zu führen und die Machtverhältnisse und Herrschaftsstrukturen in einer Gesellschaft substanziell zu transformieren. Wird das Verhältnis zwischen Mensch, Gesellschaft und KI in den Blick genommen, bewegt sich die Debatte häufig zwischen naiver Technikeuphorie einerseits und fatalistischen bzw. dystopischen Auslöschungsphantasien andererseits. Die mit der Entwicklung und Anwendung von KI verbundenen Machtfragen bleiben jedoch zumeist seltsam unterbelichtet und untertheoretisiert. Der vorliegende Beitrag befasst sich deshalb mit dem Einfluss von KI auf gesellschaftliche Machtverhältnisse und Herrschaftsstrukturen und fragt danach, wie sich die Macht- und Herrschaftsverhältnisse in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz verändern und welche Folgen dies für die Demokratie hat. Dabei zeigt sich, dass KI von sich aus und per se keine egalisierende, nivellierende und demokratisierende Wirkung hat. Vielmehr kommt es tendenziell zu einer Potenzierung, Zentralisierung, Monopolisierung und Stabilisierung der Macht- und Herrschaftsverhältnisse, also zu einem Ausbau der Macht und Herrschaftsbefugnisse bereits mächtiger Akteure – und damit auch zu einer Verstetigung und Verschärfung von Ungleichgewichten und Ungleichheiten.