Zivilgesellschaft in Deutschland – Unterschiedliche Dichte und Staatsquote in Ost und West
摘要
Der Beitrag untersucht empirisch, ob es aktuell systematische Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland im Engagementverhalten, in der Zahl und Größe gesellschaftlicher Organisationen und in ihrem Verhältnis zum Staat gibt. Er zeigt, dass viele Neugründungen bzw. Anpassungen von Organisationen an das bundesdeutsche System stattfanden. Die Vereinsrate ist heute im Osten nicht niedriger als im Westen, das individuelle Engagement aber durchaus. Ost-West-Unterschiede bestehen hinsichtlich der Wirkung des Wohnumfelds (Siedlungsstruktur) sowie aufgrund einer variierenden Zusammensetzung der jeweiligen Teilgesellschaft, z. B. des differierenden Anteils vollzeiterwerbstätiger Frauen und des unterschiedlichen Anteils ländlich-peripherer Räume. Auch ist in Ostdeutschland die Beziehung gesellschaftlicher Organisationen zum Staat enger und der Anteil verberuflichten Engagements höher. Ostdeutschland ist zudem hinsichtlich vieler Indikatoren viel homogener als Westdeutschland.