Das Ringen um ‚die Ostdeutschen‘ – über die Beharrlichkeit einer Identitätskonstruktion
摘要
Der Beitrag befragt die identitätspolitischen Verwendungsweisen der Kategorie ‚ostdeutsch‘ mehr als dreißig Jahre nach dem Ende der DDR. Ausgehend von einer Reflexion des klassifizierenden Forschens über ‚den Osten‘ plädieren wir dafür, ‚ostdeutsch‘ als ‚Kategorie der Praxis‘ im Sinne von Rogers Brubaker (2013) zu untersuchen. Wir illustrieren dieses Vorgehen an den Reklassifikationen ‚ostdeutscher Identität‘ in den AfD-Landtagswahlkämpfen 2019 und anhand von Texten und Aktivitäten der Nachwendegeneration. Dabei zeigt sich, wie unterschiedlich eine spezifisch ‚ostdeutsche Erfahrung‘ konstruiert und für (partei-)politische Interessen mobilisiert wird.