Regionale Verankerung und Mobilität von Eliten in Deutschland. Eine Erklärung für die Unterrepräsentation der Ostdeutschen?
摘要
Ostdeutsche sind seltener als ihrem Bevölkerungsanteil entspricht in Elitenpositionen zu finden, d. h. in den Top-Führungspositionen der wichtigsten Institutionen, Unternehmen und Organisationen in Deutschland. Der Beitrag analysiert die regionale Verteilung von Elitenpositionen sowie die Rolle von regionaler Verankerung und Mobilität in der Elitenrekrutierung. Darauf aufbauend beantwortet er die Frage, ob eine regional geringere Ausstattung mit Elitenpositionen in Ostdeutschland mitverantwortlich für die personelle Unterrepräsentation der Ostdeutschen ist und ob dieser Zusammenhang auch auf Ebene der Bundesländer besteht. Anhand der Leipziger Elitendatenbank, die zum Zeitpunkt der Analyse die Biografien von über 2.800 Inhaberinnen und Inhabern von Elitenpositionen beinhaltete, zeigt der Beitrag, dass die regionale Verteilung von Elitenpositionen mit den Ausnahmen Berlin, Niedersachsen und Ostdeutschland weitgehend der Bevölkerungsgröße entspricht. Allerdings ist räumliche Mobilität für Elitenkarrieren viel wichtiger als regionale Verankerung. Im Ergebnis finden sich in Ostdeutschland zwar durchaus weniger Elitenpositionen. Für die personelle Unterrepräsentation ist es aber viel entscheidender, dass Ostdeutschen der Zugang zu Elitenpositionen in Westdeutschland nahezu unmöglich ist und zu Elitenpositionen in Ostdeutschland deutlich erschwert ist. Das gilt noch einmal mehr für solche Elitenpositionen, die kein regionales Handlungsfeld besitzen.