Ethische Selbsttransformation als affektive Neu-Orientierung: Modelle eines moralisch-exklusiven Lebens im Kontext digitaler da‘wa
摘要
Das folgende Kapitel präsentiert Ergebnisse der Diskursanalyse und befasst sich mit Produktionen vorrangig männlicher Produzent:innen, die als religiöse Autoritäten auftreten und ein Modell „moralisch-exklusiver Weiblichkeit“ vermitteln: Dieses fordert eine Selbstausrichtung an rigiden, in einer wörtlichen Auslegung religiöser Quellen begründeten Moralcodes. Dafür beschreibe ich in einem ersten Schritt das Cluster, seine zentralen Produzent:innen, typischen Formate und wiederkehrenden Themen genauer, um in einem zweiten Schritt das vorhandene Material in einem breiteren Feld muslimischer Strömungen und Diskurstraditionen zu lokalisieren. Drittens beschreibe ich die Eigenschaften der in den Videos konstruierten (Anti-) Subjektmodelle und zeige, dass die in den Videos geforderte ethische Selbsttransformation der Zuseherinnen als Prozess einer affektiven Neu-Ausrichtung zu lesen ist, wobei alltagsweltliche Konflikte des Publikums als durch eine exklusive Zuwendung zum Islam lösbar erklärt werden. Viertens skizziere ich spezifische Strategien, die Produzent:innen anwenden, um ihr Publikum in eine Konfiguration affektiver Kopplungen zu integrieren.