Drogen und Geschlecht
摘要
Geschlecht ist ein komplexer Begriff, der sich heute einer einfachen Definition entzieht Zur Differenzierung zwischen Mann/Frau kommt die – inhaltlich etwas unscharfe – Kategorie Transgender dazu. Drogen (ein Begriff, der hier für alle psychoaktiven Substanzen verwendet wird) eignen sich gut zur Sichtbarmachung der Differenzen zwischen den Geschlechtern, nicht nur, was die gängigen Konsumgewohnheiten von Männern, Frauen und – soweit dazu Daten vorliegen – von Transgender-Personen betrifft, sondern auch im Hinblick darauf, wie mit verschiedenen Substanzen Männlichkeiten und Weiblichkeiten inszeniert werden können. Dafür werden mehrere Beispiele angeführt. Im Unterschied zu anderen Kontexten sind in den lokalen Drogenszenen die klassischen Geschlechterstereotypen besonders ausgeprägt: Männer inszenieren sich gerne als kaltblütig, gewalttätig und als Herrscher über andere Männer sowie über (ihre) Frauen. Frauen gelten als die Schwachen, die der Mann beschützen muss und zugleich ausbeuten kann. In Deutschland steht Männern, Frauen und Personen, die sich als Transgender identifizieren, ein breit aufgestelltes Hilfenetzwerk zur Verfügung. Die Angebote der Suchthilfe werden allerdings vor allem von Menschen genutzt, die viele finanzielle und psychosoziale Probleme haben. Inhaltlich erweisen sich diese Angebote weitgehend als geschlechtsblind, d. h. sie bieten überwiegend einheitliche Programme an, die weder die Probleme von süchtigen Männern noch die von süchtigen Frauen und schon gar nicht die von Transgender-Personen hinreichend berücksichtigen.