Drogen in sozial- und kulturwissenschaftlicher Perspektive
摘要
Das Thema Drogen provoziert. Gleich ob in den Wissenschaften, in der Politik, in den Medien oder in privaten Gesprächen, wenn es um Drogen geht, steigt der Erregungspegel. Meist werden ihre Gefahren dramatisch beschworen, weit seltener wird ihr Genuss- und Erkenntnispotential gefeiert, nur gleichgültig steht ihnen fast niemand gegenüber. Die Spannbreite der Debatten ist riesig: Sie reicht von Helmut Kohls Vision einer Gesellschaft, „die Rausch einmal genauso ächtet wie Kannibalismus“ (zitiert in Baumgärtner 1997), also vom Phantasma einer drogenfreien Welt, bis zu Ronald K. Siegels (2000) „viertem Trieb“, der Vorstellung, das Bedürfnis nach dem von Drogen hervorgerufenen Rausch sei genauso natürlich und selbstverständlich wie Hunger oder Durst.