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Die Europäische Wirtschafts- und Währungsunion (EWWU)

  • Eckart Koch

摘要

Eine Währungsunion ohne wirtschaftspolitische Annäherung der Mitgliedsländer ist nicht funktionsfähig. Als wirtschaftspolitische Zielvorstellungen formulierte der Europäische Rat daher bereits 1990 eine offene marktwirtschaftliche Ordnung, die Preisniveaustabilität und Wachstum, Beschäftigung und Umweltschutz miteinander vereint und auf ausgewogene Finanz- und Haushaltsverhältnisse sowie auf wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalt ausgerichtet ist. Konkretisiert wurden die wirtschaftspolitischen Ziele im Vertrag über die Europäische Union 1991 durch fünf Konvergenzkriterien, deren Erreichen Voraussetzung für den Beitritt zur Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion (EWWU) war. Die Entwicklung der EWWU verlief in drei Stufen: Zunächst sollte die schrittweise vollständige Liberalisierung des Kapitalverkehrs zwischen allen Mitgliedsländern realisiert und die Zusammenarbeit zwischen den Zentralbanken verstärkt werden. In der zweiten Stufe standen die vorbereitenden Tätigkeiten des Europäischen Währungsinstituts (EWI) und die Anstrengungen der Mitgliedsländer, die Konvergenzkriterien zu erfüllen, im Zentrum. Zudem wurde der Aufbau des Europäischen System der Zentralbanken (ESZB) und der Europäischen Zentralbank (EZB) geplant und etabliert. Die dritte Stufe begann mit der unwiderruflichen Festlegung der Währungsparitäten und der schrittweisen Ablösung der nationalen Währungen durch die europäische Gemeinschaftswährung, den Euro. Heute ist der Euro die zweitwichtigste Weltwährung. Weltweit haben 20 Länder den Euro eingeführt und ca. 60 Länder und Gebiete haben ihre Währung direkt oder indirekt an den Euro gekoppelt. Auf den Euro entfallen ca. 38 % des internationalen Zahlungsverkehrs im SWIFT System und etwa 21 % der internationalen Währungsreserven.