Auslandsverschuldung der Entwicklungsländer
摘要
Die Möglichkeiten, sich in eigener nationaler Währung im Ausland zu verschulden, sind für die meisten Länder erheblich eingeschränkt. Sie sind nur dann gegeben, wenn die ausländischen Gläubiger der Auffassung sind, dass die gebotenen Zinsen das Währungsrisiko kompensieren können. Für viele Entwicklungsländer ist eine Verschuldung in Fremdwährung, meist in US$ oder Euro, daher gängige Praxis. 2010 betrugen die gesamten Schulden der Entwicklungsländer gut 4 Bio. US$, um sich dann bis 2021 auf 9 Bio. US$ zu verdoppeln. Betrachtet man die Verschuldungssituation einzelner Länder, so verdreifachte sich die Anzahl der Länder, die bereits überschuldet waren, bzw. deren Verschuldungssituation als kritisch eingestuft wurde von 21 Ländern (2013) auf 56 Länder (2022). Vielen Ländern gelingt kein Abbau ihrer Nettoschulden. Auch wenn sich einzelne Indikatoren verbessern, trat eine nachhaltige Verbesserung der Verschuldungssituation bislang nicht ein. Verschiedene Lösungsansätze, wie Umschuldungen, selektive Schuldenreduzierungen oder ein Tausch von Schulden, etwa in niedriger verzinsliche langfristige Kredite, konnten die Probleme nur vorübergehend lösen. Auch ein 2020 vereinbartes internationales Rahmenwerk (common framework) zur Schuldenbehandlung erbrachte bislang noch keine durchgreifenden Erfolge. Dies gilt partiell auch für die mit den vergebenen Krediten verknüpften Wirtschaftsreformprogramme des IWF, die darauf abzielen den öffentlichen und privaten Bedarf an Devisen zu verringern und hierfür erforderliche wirtschaftliche und politische Reformen einzuleiten.