Die Expertendarstellung in den Nachrichtensendungen des öffentlich-rechtlichen Fernsehens im Kontext der COVID-19-Krise im deutsch-polnischen Vergleich
摘要
Die Logik der Nachrichtenmedien beruht auf der Annahme, sich auf das Wissen von Experten zu stützen, um die dargestellten Ereignisse und deren Interpretation zu legitimieren. Unter den Bedingungen der redaktionellen Routine sind Expertenaussagen ein Element der standarisierten Nachrichtenkonstruktion. Bei ungewöhnlichen Situationen sollten die Medien besonders verantwortungsbewusst berichten und Expertenwissen intensiver als sonst nutzen. Die Fähigkeit, die richtigen Quellen für glaubwürdige und zuverlässige Informationen zu finden, bei denen es sich zweifellos um anerkannte Experten handelt, ist eines der grundlegenden Elemente der Arbeit eines Journalisten. Im Rahmen des laufenden Forschungsprojekts untersuchten die Autoren, ob und inwiefern die deutschen und polnischen Medien bei der Berichterstattung über Ereignisse im Zusammenhang mit der ersten Welle des COVID-19-Ausbruchs auf Expertenwissen zurückgriffen. Gegenstand der Untersuchung, deren Annahmen und Ergebnisse den Kern des vorliegenden Beitrags bilden, ist die Art der Expertendarstellung in den wichtigsten Informationssendungen des öffentlich-rechtlichen Fernsehens in Deutschland („Tagesschau“ ARD) und in Polen („Wiadomości“ TVP1). Die Studie basiert auf einer Inhaltsanalyse, die einen quantitativen und einen qualitativen Ansatz kombiniert. Im Rahmen der Studie wurde empirisches Material analysiert, das während der sog. ersten Welle der Pandemie erhoben wurde, die in Polen und Deutschland etwa zur gleichen Zeit, d. h. im März 2020, begann.