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Sagbares und Unsagbares

  • Daniel Schmidt

摘要

Vor dem Hintergrund der ‚herrschenden‘, gemeinhin verbreiteten logisch-metaphysischen Sprachauslegung, die den Logos an eine noetisch konstruierte und erschlossene, vom in der Erfahrung gegebenen Seienden abstrahierte und insofern ‚meta-physisch‘ verstandene Form bindet und auf eine schematisierende Abbildung der Wirklichkeit in Gestalt eines Rasters an Zu- und Absagen bezüglich allgemein bestimmter ‚Was-Gehalte‘ zielt – das Seiende wird dabei ‚als Et-was‘ angesprochen –, erwies sich letztlich jedes Sagen, das nicht ‚In-formation‘, das heißt ‚fest-stellende‘ Mitteilung solcher allgemeiner Bestimmungen von etwas als etwas ist, sowie selbst im Falle solcher Mitteilung jedes womöglich in dieser enthaltene, über die reine ‚Information‘ hinausgehende Sagen als ein nicht im vollen und eigentlichen Sinn Sprachliches, und das in ihm Gesagte insofern als ein ‚A-logon‘, ein im Sinne ‚eigentlichen‘ Sagens Unsagbares, dem Logos im Vollsinn Entzogenes. Weite Bereiche der sprachlichen Wirklichkeit werden nach diesem Vorverständnis in den ‚a-logischen‘ Bereich verdrängt, nämlich jedes Wirken des Wortes, das nicht reine ‚In-formation‘ ist, beziehungsweise über diese hinausgeht. Das in diesem Sinne ‚a-logische‘, das heißt den Bereich des ‚Logischen‘ in diesem engen, verkürzten Sinn überschreitende Wirken der Sprache geschieht beispielsweise schon in an das Wort gebundenen Vollzügen wie Frage, Bitte, Segen, Fluch, Beschwörung, Trost, Aufmunterung und dergleichen. Überhaupt aber enthält jedes Sagen in natürlich entstandenen Worten ‚a-logische‘ Momente in Gestalt diesen innewohnender metaphorischer Bezüge – hier verstanden im weitesten Sinn all dessen, was im gesagten Wort über eine ihm womöglich terminologisch zugeordnete, ‚reine‘ Allgemeinheit hinaus zum Anwesen gelangt –, die das Wirken des Wortes, sein Bedeuten in vielfältig-komplexer, begrifflich uneinholbarer Weise bestimmen und so seine Objektivierung – als ‚Bedeutung‘ – unmöglich machen. All diese Momente sprachlicher Wirklichkeit sind gemäß dem an den strengen Ansprüchen ‚exakter‘ Wissenschaft an eine für ihre Belange taugliche Sprache orientierten, logisch-metaphysischen Sprach-Ideal ‚Außersprachliches‘. Solche Momente einschließendes Sagen ‚sagt‘ also – insofern es konstitutiv an sie gebunden ist und diese nicht bloß als störendes ‚Hintergrundrauschen‘ toleriert und nach Möglichkeit ignoriert werden – gemäß diesem Vorverständnis eigentlich gar nichts; es bezieht sich nämlich auf – aus der Perspektive eines von der Bindung an eine noetisch bestimmte Form her begriffenen ‚Logos‘ – ‚A-logisches‘, das heißt in Wahrheit Unsagbares.