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Der Wortleib – ‚Ausdruck‘ oder ‚Zeichen‘?

  • Daniel Schmidt

摘要

Nachdem zunächst die Relevanz des Phänomens der unmittelbaren und unablösbaren Gegebenheit von Sinn im gesprochenen Wort hinsichtlich einer Deutung von dessen in lautender Gestalt konstituierter Leiblichkeit bedacht, sowie die durch ein Vorverständnis bestimmte Abkünftigkeit einer Auffassung des gesprochenen Wortes als Produkt einer Zusammensetzung – ‚Synthesis‘ – aus Laut und Bedeutung im Verhältnis zur ursprünglichen Spracherfahrung aufgezeigt wurde, in der das Wort als jeder derartigen Unterscheidung vorgängige Einheit gegeben ist, sollen nun vor dem Hintergrund der dabei gewonnenen Einsichten die den beiden ‚Hauptströmungen‘ der abendländischen Sprachphilosophie gemäßen Auslegungen der lautenden Gestalt des gesprochenen Wortes, des ‚Wortleibes‘, als ‚Ausdruck‘ beziehungsweise ‚Zeichen‘, einer genaueren Untersuchung zugeführt werden. Wenngleich diese vereinfachende Schematisierung durchaus problematisch ist, da sie der reichen Varietät der sprachphilosophischen Traditionen nicht gerecht werden kann, scheint diese Alternative mit den beiden eingangs skizzierten Grundhaltungen bezüglich der Sprache in einem gewissen Zusammenhang zu stehen: Wähnt sich der Mensch selbst ‚über‘ dem Wort, ‚über‘ es verfügend im Gebrauch als ‚Zeichen‘ für seine Gedanken, oder ‚unter‘ beziehungsweise ‚in‘ ihm, indem er sich hinsichtlich des Wortes ‚empfangend‘ verhält und mehr von ihm erwartet als ein Funktionieren als ‚Zeichen‘ für einen ihm bewussten und von ihm bestimmten gedanklichen ‚Inhalt‘, eingedenk der Tatsache, dass nicht nur das von ihm gehörte und verstandene, sondern auch das von ihm gesprochene Wort seiner eigenen Auffassung des Gesagten stets voraus ist? Mit anderen Worten: ‚Haben wir die Sprache‘, oder ‚hat sie uns‘?