Psychisch erkrankte Eltern und deren Kinder bedürfen für deren Unterstützung einer entwicklungsorientierten Perspektive. Denn einerseits können sich psychische Erkrankungen auf elterliche Kompetenzen auswirken, andererseits weisen Kinder psychisch erkrankter Eltern eine erhöhte Vulnerabilität auf, selbst psychische Krankheiten zu entwickeln. Nicht zuletzt können psychische Erkrankungen mit Auswirkungen auf weitere Lebensbereiche der Familien verbunden sein, wie beruflicher Tätigkeit und damit verbundener finanzieller Ressourcen sowie sozialen Kontakten mit möglicher Isolation, der Freizeitgestaltung u.a.m.. Dadurch kann die Erreichung altersentsprechender Entwicklungsaufgaben der Kinder und Eltern erschwert werden. Ein entwicklungsorientierter Ansatz der Hilfen integriert alle Akteure und Institutionen der Hilfen, neben den psychiatrisch-psychotherapeutischen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, jene der Jugend- und Familienhilfe sowie weiterer Tätigkeitsfelder der Sozialen Arbeit, der Angehörigenverbände bis hin zu Schule und Kindertagesstätten. Dadurch kommt ein entwicklungsorientierter Ansatz zentralen Anliegen der Ottawa-Charta nach, u.a. der Vernetzung der Gesundheitsdienste und psychosozialer Unterstützungsangebote, der Befähigung Betroffener sowie der Bereitstellung möglichst förderlicher Ausgangs- und Entwicklungsbedingungen für Kinder und Jugendliche. Dadurch sollen die Erreichung altersspezifischer Entwicklungsaufgaben und Teilhabe verbessert und die Risiken für die Transmission von Entwicklungsrisiken infolge elterlicher psychischer Erkrankungen minimiert werden. Vorgestellt wird die Arbeit der regionalen Arbeitsgruppe Kinder und psychisch erkrankte Eltern (KupkE) sowie zwei Projekte, die eine Weiterentwicklung des Versorgungsangebotes für Familien mit einem psychisch erkrankten Elternteil und deren Kinder anstreben. Ein Projekt versucht die professionelle außerhäusliche bzw. familienergänzende Kindertagesbetreuung für Unter-3-jährige in das Hilfsnetz einzubeziehen. Ein weiteres Projekt versucht den Ansatz der Genesungsbegleitung (EX-IN) dahingehend zu erweitern, dass Genesungsbegleiterinnen und -begleiter, die selbst in Elternverantwortung sind, psychisch erkrankte Eltern durch ihre Expertise aus Erfahrung unterstützen können.

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Entwicklungsorientierte Unterstützung von Familien mit psychischen Erkrankungen im Landkreis Regensburg 2012–2022 – Darstellung nachhaltiger Interventions- und Präventionsstrategien

  • Thomas Krause

摘要

Psychisch erkrankte Eltern und deren Kinder bedürfen für deren Unterstützung einer entwicklungsorientierten Perspektive. Denn einerseits können sich psychische Erkrankungen auf elterliche Kompetenzen auswirken, andererseits weisen Kinder psychisch erkrankter Eltern eine erhöhte Vulnerabilität auf, selbst psychische Krankheiten zu entwickeln. Nicht zuletzt können psychische Erkrankungen mit Auswirkungen auf weitere Lebensbereiche der Familien verbunden sein, wie beruflicher Tätigkeit und damit verbundener finanzieller Ressourcen sowie sozialen Kontakten mit möglicher Isolation, der Freizeitgestaltung u.a.m.. Dadurch kann die Erreichung altersentsprechender Entwicklungsaufgaben der Kinder und Eltern erschwert werden. Ein entwicklungsorientierter Ansatz der Hilfen integriert alle Akteure und Institutionen der Hilfen, neben den psychiatrisch-psychotherapeutischen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, jene der Jugend- und Familienhilfe sowie weiterer Tätigkeitsfelder der Sozialen Arbeit, der Angehörigenverbände bis hin zu Schule und Kindertagesstätten. Dadurch kommt ein entwicklungsorientierter Ansatz zentralen Anliegen der Ottawa-Charta nach, u.a. der Vernetzung der Gesundheitsdienste und psychosozialer Unterstützungsangebote, der Befähigung Betroffener sowie der Bereitstellung möglichst förderlicher Ausgangs- und Entwicklungsbedingungen für Kinder und Jugendliche. Dadurch sollen die Erreichung altersspezifischer Entwicklungsaufgaben und Teilhabe verbessert und die Risiken für die Transmission von Entwicklungsrisiken infolge elterlicher psychischer Erkrankungen minimiert werden. Vorgestellt wird die Arbeit der regionalen Arbeitsgruppe Kinder und psychisch erkrankte Eltern (KupkE) sowie zwei Projekte, die eine Weiterentwicklung des Versorgungsangebotes für Familien mit einem psychisch erkrankten Elternteil und deren Kinder anstreben. Ein Projekt versucht die professionelle außerhäusliche bzw. familienergänzende Kindertagesbetreuung für Unter-3-jährige in das Hilfsnetz einzubeziehen. Ein weiteres Projekt versucht den Ansatz der Genesungsbegleitung (EX-IN) dahingehend zu erweitern, dass Genesungsbegleiterinnen und -begleiter, die selbst in Elternverantwortung sind, psychisch erkrankte Eltern durch ihre Expertise aus Erfahrung unterstützen können.