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Über das Verhältnis von Erzählung, Deutung und Theoriekonstruktion am Beispiel von Freuds Fallgeschichte „Katharina“

  • Rolf Göppel

摘要

Der Beitrag setzt sich zunächst ganz allgemein mit der Bedeutung des Erzählens für das menschliche Leben und für das menschliche Identitätsgefühl auseinander und fragt dann weiter danach, welche Rolle dem Erzählen im Hinblick auf pädagogisches Verstehen und Argumentieren zukommt. Schließlich werden verschiedene Gründe benannt, die dafür sprechen, sich unter der Leitperspektive des „widerständigen Erzählens“ noch einmal mit einer klassischen Fallgeschichte von Sigmund Freud zu befassen. Die Geschichte von „Katharina“, und von den Hintergründen und Ursprüngen ihrer „hysterischen Anfälle“, wird sodann in der speziellen Art und Weise, wie sie von Freud in dem eher spontan sich ergebenden „therapeutischen Gespräch in luftiger Bergeshöhe“ gegen allerhand Widerstände ans Licht gezerrt wird, rekonstruiert. An dieser Fallgeschichte lässt sich in besonderer Deutlichkeit zeigen, wie in Freuds Darstellung Erzählung, Deutung und Theoriekonstruktion ineinandergreifen. Zum Schluss wird schließlich mit Blick auf die „Hysterie“ auch noch auf den historischen Wandel und die kulturelle Einbettung von nosologischen Kategorien und ätiologischen Vorstellungen eingegangen.