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Othmar Spann in der „Konstellation“ des Sozialdenkens und der „Spannkreis“ als kommunikative Wissenskultur im Wien der Zwischenkriegszeit

  • Christopher Schlembach,
  • Niklaus Reichle

摘要

Im vorliegenden Beitrag wird Othmar Spanns Gesellschaftslehre im Kontext der Entwicklung der modernen Sozialwissenschaften der Zwischenkriegszeit diskutiert. Die Autoren begreifen Spann als Teil einer Konstellation (im Sinne Dieter Henrichs), in der er als zentraler Akteur wirkte. Spanns Denken ist exemplarisch für die Entwicklungsperspektiven der österreichischen Zwischenkriegsgesellschaft. In der Auseinandersetzung mit Spann gelingt Autoren wie Alfred Schütz, Oskar Morgenstern oder Erich Voegelin die Konzeption einer vom Alltag von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft unterschiedenen Sozialwissenschaft. Dieser Gedanke soll in drei Schritten entwickelt werden. Im ersten Schritt wird Spanns Konzept der Gezweiung herausgearbeitet. Im zweiten Schritt wird Voegelins Weiterentwicklung des Begriffs der Form eingeführt, um an der Entgegensetzung des „geschlossenen Ich“ und des „offenen Ich“ einen Ansatzpunkt des modernen, methodologisch begründeten Sozialdenkens zu finden. Im dritten Schritt soll die „Praxis des Denkens“ beleuchtet werden, wie sie in außeruniversitären Seminaren gepflegt wurde. Dabei soll das Seminar Spanns und die von ihm geförderte „Arbeitsgemeinschaft“ als kommunikative Wissenskultur zur Sprache kommen, die seiner wissenschaftlichen Konzeption entsprach.