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„Pädagogische Soziologie“ nach 1918 – Vergesellschaftung und soziale Reproduktion als Theorieproblem und Focus disziplinärer Organisation

  • Heinz-Elmar Tenorth

摘要

Thema des Beitrags sind die Versuche seit 1918, die Pädagogische Soziologie als neues Feld von Reflexion und Forschung in Relation zu Erziehungswissenschaft, Psychologie und Geschichtsphilosophie als Teil der Soziologie in Deutschland zu entwickeln. Diese Versuche sind belastet durch den zwar breiten, aber auch sehr heterogenen Diskursraum politischer und wissenschaftlicher Akteure, in dem sie praktiziert werden. Es gelingt den Protagonisten des Faches von Fischer und Geiger bis Mannheim oder Busemann zwar, bis heute diskutierbare Programme einer solchen Arbeit zu entwerfen, aber in der Praxis der Beobachtung zentraler Themen, z. B. Familie und Lebenswelten, Schule, Jugend und Beruf, Gesellschaft und Staat bleiben die Begriffe, Theorien und Forschungsmethoden der Referenzdisziplinen dominant, die soziologische Perspektive eher marginal. 1933 werden diese Bemühungen auch schon radikal beendet, weil die Exponenten der Arbeit aus ihren Ämtern gedrängt oder in die Emigration gezwungen werden, so dass allein die nationalsozialistisch geprägte Rhetorik von Volk und Erziehung, Staat und Gemeinschaft öffentlich artikuliert werden kann. Erziehung muss als Thema der Soziologie nach 1945/50 deshalb neu konstituiert werden