„Marxistische“ politische Soziologie in Österreich. Emil Lederers und Otto Bauers Beiträge zu einer Soziologie der Revolution
摘要
Die österreichische Zwischenkriegszeit begann 1918 mit der Implosion der Österreichisch-Ungarischen Monarchie und darauf folgenden sozialen Umwälzungen, die oft als österreichische Revolution bezeichnet wurden. Sie stellen die Hintergrundfolie einer sich entwickelnden politischen Soziologie in Österreich dar. Dem Austromarxismus bzw. (austro-)marxistischen Theoremen kamen in der Deutung der Ereignisse eine entscheidende Rolle zu, ob in Verteidigung, kritischer Anknüpfung oder Abgrenzung. Zwei wesentliche Soziologen dieser Epoche, deren Analysen theoretisch und empirisch in Auseinandersetzung mit dem Marxismus auf die gesellschaftlichen Grundlagen und Bedingungen politischer Herrschaft und Macht fokussierten, waren Emil Lederer und Otto Bauer. Der Beitrag bringt ihre Werke zur „Soziologie der Revolutionen“ ins Gespräch miteinander und setzt die Reflexion des Verhältnisses von Wissenschaft und Politik im Werk beider ins Zentrum der Betrachtung.