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Marxistische Soziologie in der Weimarer Republik

  • Frank Schale

摘要

Der Beitrag veranschaulicht die immanenten und externen Probleme, die der Entfaltung einer marxistischen Soziologie in der Weimarer Republik entgegenstanden. Marxistische Soziologen standen von außen unter doppeltem Druck: diskriminiert an den Universitäten und in latentem Konflikt mit der jeweils als opportun angesehenen Parteidoktrin. Es wird gezeigt, dass die marxistische Analyse von Gesellschaft stets bedacht war, die eigenen Ergebnisse vorsichtig mit dem Lehrgebäude des Marxismus (insbesondere dem Historischen Materialismus) abzugleichen. Obwohl bereits im ausgehenden 19. Jahrhundert erste Forschungsfelder sichtbar wurden, die eine marxistische Soziologie hätten stimulieren können, verblieb die marxistische Debatte – sofern etwaige Probleme nicht politisch zurückgewiesen wurden – auf der Ebene der Sozialphilosophie oder allgemein kulturtheoretischer oder konzeptioneller Überlegungen. Eine soziologische Analyse der kapitalistischen Klassengesellschaft, speziell eine Sozialstrukturanalyse mit Blick auf Schichtung, Klassen, Milieus oder Lebensstil, wurden sehr spärlich verfolgt. Erst mit der Umgestaltung der Ausrichtung des Frankfurter Instituts für Sozialforschung unter MaxHorkheimer, Max Horkheimer und Friedrich PollockPollock, Friedrich traten stärker solche Fragestellungen in den Vordergrund, gleichwohl weiterhin unter dem Dach der Sozialphilosophie. Ein alternativer Zugang, der durchaus Forschungsergebnisse zutage brachte, sich aber konzeptionell stark von der „Frankfurter Schule“ unterschied, präsentiere Ernst A. Wittfogel, der im Text aufgrund seiner geringen Bekanntheit ausführlicher vorgestellt wird.