Politische Soziologie der Zwischenkriegszeit in Deutschland
摘要
Der Beitrag beschäftigt sich mit der Politischen Soziologie der Zwischenkriegszeit in Deutschland. Aber was ist „die Politische Soziologie“? Und was bedeutet es, von einer Politischen Soziologie der Zwischenkriegszeit zu sprechen, einer Zeit, in der diese als Teilbereich soziologischer Forschung noch gar nicht vorausgesetzt werden kann? Es wird vorgeschlagen, Politische Soziologie im Sinne eines breiten Zugangs als jene Soziologie zu begreifen, die sich für Kommunikationen, Handlungen und kulturelle Artefakte interessiert, die auf die Formierung oder Adressierung eines Kollektivs abzielen, für welches kollektiv verbindliche Entscheidungen zu treffen sind oder zu treffen sein könnten. Der Text erschließt sich die Politische Soziologie der Zwischenkriegszeit an vier Themenkreisen. Der erste Abschnitt wird sich mit der Thematisierung von Ideologien, Propaganda und öffentlicher Meinung beschäftigen. Der zweite Abschnitt diskutiert Texte zu Schichtung und Sozialstatistik. Im dritten Abschnitt soll am Beispiel des Konservatismus, des Patriotismus und des Faschismus die Differenzierung sozialer Ideologien und Bewegungen in den Blick genommen werden. Unter dem Stichwort der Diktatur soll zudem ein Blick darauf geworfen werden, wie sich Texte, die sich für die Diktatur positionieren, plausibilisieren. Der letzte Abschnitt widmet sich jenen Autorinnen und Autoren, die aus Prekarität und Exil heraus an einer Theorie der Demokratie arbeiteten und so an der Erfindung der Politikwissenschaft als eigenem Fach maßgeblich beteiligt waren.