Emotionen als Gegenstand professioneller Beratungsinteraktion – Zur Didaktik einer kommunikativen Emotionsregulation im Beratungsgespräch
摘要
Welche Strukturmerkmale kommunikativ gesteuerte Interventionen im Beratungsgespräch aufweisen und wie sich Wirkprinzipien im Einzelnen entfalten, ist in der aktuellen Beratungsprozessforschung noch wenig untersucht. Unter der Annahme, dass Reflexions- und Lernprozesse von Individuen an deren emotionale Erfahrungen und Bewertungen gebunden sind, richtet der Beitrag die Aufmerksamkeit auf die Funktion von Emotionen in der Beratungskommunikation. Wie in der professionellen Beratungsinteraktion emotionsbezogen gearbeitet wird, wurde bisher bei Konzepten der Intuition und Empathie verortet und in Anlehnung an die Psychotherapieforschung mit Kommunikationstechniken des empathischen Verstehens beschrieben. Wie interaktiv mit und an Emotionen gearbeitet wird, lässt sich mittels einer gesprächswissenschaftlichen Dialoganalyse detailliert aufzeigen. Vorgestellt werden die Ergebnisse einer qualitativen Studie zum Verlauf von Coachinggesprächen von Schreyögg (2015), in der die Thematisierung und Bearbeitung von Emotionen untersucht wurde. Unter der Annahme eines interaktionistischen Paradigmas wurden acht Muster kommunikativer Emotionsregulation identifiziert, die Hinweise auf eine regulatorische Didaktik der Coachs liefern: Während niedrige bis mittlere Emotionsausdrücke im kommunikativen Prozess eher gefördert und verstärkt oder strukturiert werden, werden erhöhte Emotionsausdrücke (um)gelenkt oder reduziert.