Sexuelle Gewalt als Denkunmöglichkeit: „weil das einfach (.) so n unding ist, und so=was einfach so gar nicht geht und sein darf“
摘要
Für die Orientierung der Fachkräfte wurde rekonstruiert, dass sie sich in keinster Weise in sexuelle Gewalttaten verstrickt sehen, gleichzeitig werden sie von den Medien und teilweise von der eigenen Organisation unter Generalverdacht gestellt. Daraus ergibt sich eine Inkongruez. Die nun folgenden Ergebnisse schließen genau hier an. In den Blick genommen wird hierfür, wie in den Gruppendiskussionen gesprochen wird. Dabei finden sich abermals mehr Homologien als Unterschiede zwischen den Teams. Da die Homologien eine ungewöhnlich breite gemeinsame Orientierung über alle Teams hinweg beschreiben, sind sie besonders relevant. Vor diesem Hintergrund ist dieses Kapitel auch strukturiert. Es geht zunächst (11.1) um die Sprache, die Worte und Formulierungen, die im Diskursverlauf verwendet werden. Die leitende Frage dabei lautet: Wie wird über sexuelle Gewalt gesprochen? Im zweiten Teil des Kapitels (11.2) wird deutlich werden, dass die Distanzierung der Fachkräfte von sexueller Gewalt damit einhergeht, dass sie sich sexuelle Gewalt in ihrem konkreten Arbeitsalltag nicht oder nur sehr schwer vorstellen können.