Swingstate – Im Spannungsfeld hoher Ansprüche und neuer geopolitischer Realitäten
摘要
Bewegt sich Indien in der zunehmenden Polarität der Welt in eine bestimmte Richtung? Der Systemwettbewerb zwischen China und dem sogenannten Westen zeichnet sich immer deutlicher ab, tatsächlich hat er bereits seit einigen Jahren Fahrt aufgenommen. Auf der einen Seite steht der sogenannte Westen, der aus Nordamerika und Europa sowie „like-minded“ Partnern wie Japan, Australien, Neuseeland, Taiwan und Südkorea besteht. Auf der anderen Seite steht China. Zu diesem Lager sind Russland, Belarus, Iran, Nordkorea und Pakistan unzweifelhaft zu zählen. Auf der einen Seite stehen Demokratien, die eine Form der Marktwirtschaft praktizieren. Auf der anderen Seite stehen hingegen autoritäre Regime, die einen kontrollierenden und repressiven Staat geschaffen haben und eine staatlich gelenkte Wirtschaftsordnung aufweisen. Die Folge ist eine Desintegration in den Welthandel oder –wie im Falle Chinas – eine Teilnahme am Welthandel nach eigenen Regeln. Mit diesem grundlegend unterschiedlichen Staatsverständnis geht eine aggressive Außenpolitik einher. So wie die Machthaber die eigene Bevölkerung entrechten, so entrechten sie andere Staaten in Bezug auf ihre Souveränität. Dabei sind die Missachtung der Menschenrechte und die Missachtung jeglicher regelbasierten internationalen Ordnung sowie der Institutionen, durch die diese Ordnung repräsentiert wird, obligatorisch. Vor diesem Hintergrund wird Indiens Position in der vorherrschenden geopolitischen Realität im vorliegenden Beitrag diskutiert.