Wenn falsch nicht das Gegenteil von richtig ist. Korrektes Wissen, falsche Vorstellungen und Ignoranz im sicherheits- und verteidigungspolitischen Politikfeld
摘要
Der Beitrag untersucht das Ausmaß und die Determinanten verteidigungspolitischen Wissens. Auf Basis der Daten der Bevölkerungsbefragung 2022 des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMSBw) werden korrekte Antworten, falsche Angaben und „weiß nicht“ Nennungen bei Wissensfragen über die Auslandseinsätze der Bundeswehr unterschieden. Die Auswertungen zeigen, dass die jeweiligen Anteile in Abhängigkeit vom Schwierigkeitsgrad der Frage erheblich schwanken. Wesentlich für die Anzahl richtiger und „weiß nicht“ Antworten sind motivationale Aspekte (vor allem verteidigungspolitische Efficacy, aber auch das Vorliegen einer Wahlabsicht) sowie in geringerem Maße persönliche Kontakte, Medienwahrnehmungen und individuelle Ressourcen (Geschlecht, jedoch nicht Bildung). Alle verwendeten Erklärungsfaktoren sind nur sehr bedingt geeignet, das Ausmaß falscher Antworten zu bestimmen. Falsches Wissen ist mithin keineswegs die Kehrseite richtigen Wissens. Der Beitrag plädiert dafür, die Differenzierung von richtigen, falschen und „weiß nicht“ Angaben in künftigen Untersuchungen zu politischem Wissen zu etablieren und spezifische Erklärungsmodelle für falsches Faktenwissen zu entwickeln.