Folgen individuellen Wissens für die Bewertung der Gesetzlichen Rentenversicherung
摘要
Die Finanzierung der Gesetzlichen Rentenversicherung mittels des Generationenvertrags ist durch den demografischen Wandel in Deutschland in Bedrängnis geraten. Ein nunmehr über 30 Jahre währender Reformprozess zog im Kontrast zu früheren Versprechen der Politik, die Renten seien sicher, vielfältige Veränderungen und Leistungseinschränkungen sowie neue Anforderungen an die eigenverantwortliche Altersvorsorge nach sich. Auf Grundlage einer telefonischen Repräsentativerhebung bei der deutschen Wahlbevölkerung wird in dem Beitrag die Bewertung der aktuellen Funktionsfähigkeit der GRV untersucht. Die Analysen zeigen, dass große Teile der Bevölkerung die veränderten Konditionen noch nicht kennen, vage und falsche Vorstellungen dagegen weit verbreitet sind. Personen mit sicherem korrektem Wissen zeigen jedoch die positivsten Urteile, solche mit falschen Überzeugungen die negativsten, während Unsichere und Bekennende Unkundige dazwischen liegen. Diese Urteilsunterschiede werden vor allem durch verschiedene Betroffenheiten und unterschiedliche Defizitwahrnehmungen zur Erfüllung von Gerechtigkeitsvorstellungen verschärft.