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Theater, Organisation, Management und Komplexität

  • Thomas Schmidt

摘要

Nachdem ich im 2. Kapitel vor allem versucht habe, den Theaterbetrieb und seine Besonderheiten und die wichtigsten Herausforderungen für die Zukunft der Theater zu strukturieren, werde ich mich in diesem dritten Kapitel mit der Bedeutung und den Auswirkungen einer zunehmenden gesellschaftlichen Komplexität auf die Arbeit, die Organisation und das Management von Theatern auseinandersetzen. Der erste Schwerpunkt des Kapitels bezieht sich deshalb auf die Rahmenbedingungen und deren Bedeutung für den jeweiligen Theaterbetrieb und seine künstlerische Arbeit (3.2). Die Untersuchung der Rahmenbedingungen ist jeweils Ausgangspunkt in den meisten meiner Veröffentlichungen, denn nur durch die Analyse des Umfeldes können wir die Spezifika und Bedürfnisse einer Kultureinrichtung genau ermitteln. So wie die Analyse der äußeren, ist auch die Untersuchung der inneren Bedingungen vordringlich. Hierzu zählen an erster Stelle die Organisationsstruktur und die verschiedenen möglichen Organisationstypen eines Theaters (3.3). Es folgt die Untersuchung der mehrdimensionalen Prozessebenen im Theater, zu denen im Kern die Programmentwicklung und die Inszenierungsprozesse gehören (3.4). Die Analyse schließt mit einer Untersuchung der Ressourcen, die im Theater benötigt und verwendet werden (3.5) und geht über in die Rolle des Theatermanagements. Hierzu zählen die Darstellung verschiedener möglicher Managementmodelle, die derzeit im Theater angewendet werden, wie auch der Umgang mit den Herausforderungen der zunehmenden Komplexität und der notwendigen Komplexitätsreduktion auf das Management (3.6). Das Kapitel schließt mit einer genauen Bestimmung der an den Theatern vorherrschenden Unternehmensethik. Hierzu zählen die moralischen Wertvorstellungen und der rechtliche Rahmen an den Theatern, das Thema der Good Governance und die für den künstlerischen Bereich spezifische Ethik. Die toxische Grundstimmung an einigen Theatern, in denen eine fehlende Leadership auf gravierende strukturelle Probleme trifft, wirkt sich allerdings negativ auf das Arbeitsumfeld und die Qualität der künstlerischen Arbeit an den Theatern aus (3.7).