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Sicherheit

  • Max Haller

摘要

Sicherheit wurde erst im 20. Jahrhundert als sozialer Grundwert anerkannt; seither ist er aber zu einem der am häufigsten genannten aufgestiegen. Dabei stehen allerdings Probleme der Unsicherheit und neuer Risiken in modernen Gesellschaften im Vordergrund. Der Begriff ist sehr vielschichtig und betrifft Phänomene der persönlichen, sozialen und gesamtgesellschaftlich-politischen Situation. Die persönliche Sicherheit, Schutz vor Gewalt, ist in wohlhabenden, westlichen Gesellschaften weitgehend verwirklicht (nicht so in vielen Ländern des globalen Süden). Dennoch scheint es ein weit verbreitetes Unsicherheitsgefühl zu geben (thematisiert als "Sicherheitsparadoxon"). Die größte Bedeutung erlangte der Sicherheitsbegriff in seiner sozialen Dimension (Sicherung der individuellen Lebenschancen und Zukunftsperspektiven, soziale Umverteilung), die im modernen Wohlfahrtsstaat umgesetzt wurde. Dieser hat drei Ursprünge: die Idee der social security im angelsächsischen Raum, das deutsche Konzept des standesbezogenen und das skandinavische Konzept des umfassend-egalitären Wohlfahrtsstaats. Es wird aufgezeigt, dass hinter dem Wohlfahrtsstaat auch handfeste Interessen von Verbänden, den neuen Versorgungsklassen und von Politikern stehen. Der dritte Dimension des Sicherheitsbegriffes betrifft zum Einen die innere Sicherheit, wo es um neue Formen von Kriminalität und Terrorismus geht; sie hängen auch mit politischen Verwerfungen (Aufstieg der neuen Rechten) zusammen. Zum anderen ist hier die äußere, nationale Sicherheit relevant, die weiterhin eine große Rolle spielt. Hier wird gezeigt, dass auch in deren Namen sich vielfach andere Interessen und Aktionen verstecken. Diskutiert werden insbesondere die Argumente, die zur Legimitation militärischer Aktionen von Großmächten und ihren Bündnissen (wie der NATO) dienen.