Wie sich die Grundwerte durchsetzen. II. Widerstände und Rückschläge
摘要
Zweiten WeltkriegWeltkrieg auslösenZweiter Weltkrieg Die Durchsetzung der gesellschaftlichen Grundwerte ist kein bruchlos-linearer Prozess. Es gibt dabei immer wieder Brüche und Rückschläge. In diesem Kapitel werden zunächst drei Hauptinteressen benannt, welche die Anerkennung von Grundwerten behindern: kapitalistische Interessen, Gewaltherrschaften und autoritäre Regimes. Erstere war im frühen Kapitalismus allerdings sogar eine revolutionäre Kraft, welche die Durchsetzung ökonomischer Freiheit förderte. In jüngster Zeit artikulierten sich diese Interessen in Form des Neoliberalismus; dieser führt allerdings nicht zu einem Verfall der Demokratie. Gewaltherrschaften können sich auf drei Formen der Legitimation von Gewalt beziehen: revolutionäre Gewalt, faschistische Gewalt und religiös unterfütterte Gewalt. Es werden vier Formen reaktionärer Bewegungen unterschieden: die Niederschlagung von Aufständen, Restaurationen nach "gescheiterten" Revolutionen, Machtergreifung autoritärer Herrscher und Fortbestand autoritärer Regimes. Schließlich wird, im Anschluss an Kant, argumentiert und gezeigt, dass soziale Katastrophen oft Auslöser für fundamentale Reformen waren. In neuerer Zeit waren dies die beiden Weltkriege, die Wirtschaftskrise und der Holocaust. Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte von 1948, die man als völkerrechtliche Konkretisierung der gesellschaftlichen Grundwerte ansehen kann, war eine direkte Reaktion darauf.