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Inklusion

  • Max Haller

摘要

Inklusion, die Zugehörigkeit zu bzw. Einbindung von Menschen in Gemeinschaften, muss als einer der wichtigsten Grundwerte überhaupt angesehen werden. Er ist de facto ebenso bedeutsam wie jener des Lebens. Ein Individuum kann sich gar nicht zu einem vollen Menschen und sozialen Wesen entwickeln, wenn es nicht von Geburt an eng in eine soziale Gemeinschaft eingeschlossen ist. Nach der physischen erfolgt eine „soziale Geburt“, die bis zum Abschluss des Jugendalters dauert. In der neueren Soziologie, die diesem zentralen Aspekt viel zu wenig Aufmerksamkeit schenkte, gibt es hierzu zwei Ansätze. Die systemtheoretische Perspektive sieht in der Ausdifferenzierung der gesellschaftlichen Subsysteme eine Chance für alle Menschen, an vielen dieser frei zu partizipieren oder auch nicht. Gesellschaftskritische Ansätze argumentieren, dass sich heute, auch als Folge des Neoliberalismus, neue Formen der soziale Spaltung und Ausschließung entwickelt haben. IN diesem Kapitel wird argumentiert, dass Prozesse sozialer Schließung immer zwei Gesichter haben: einen Privilegierungs und einen Diskriminierungsaspekt. Entscheidend aus der Sicht der gesellschaftlichen Grundwerte ist, dass die jeweiigen Formen der Ein- und Ausschließung die Prinzipien und Methoden transparent machen, aufgrund derer sie erfolgen. Es werden drei Grundtypen von Schließungsprozessen unterschieden: (1) bei den primär inkludierenden Prozessen der Einschließung und Eingrenzung geht es um die Herausbildung und Absicherung enger sozialer Gruppen und Gemeinschaften (so in persönlichen Sozialbeziehungen in Ehe und Familie, bei ethnischen und religiösen Gemeinschaften); (2) bei Prozessen der Zusammenschließung und Abgrenzung geht es um die Definition von Leistungskriterien, nach welchen man Zugang zu ihnen erhalten kann (hier geht es um das Bildungssystem und um wirtschaftliche und andere Organisationen); (3) bei den primär exkludierenden Prozessen der Ausschließung und Ausgrenzung geht es um die Verwahrung von bzw. den Schutz vor Personengruppen, die aus verschiedenen Gründen gänzlich ein- oder ausgeschlossen werden (so bei Hospitalisierung, Inhaftierung, Grenzbefestigungen durch Mauerbau). Bei jeder dieser Formen ist zu untersuchen, ob sie aus der Sicht der gesellschaftlichen Grundwerte zulässig und angemessen sind. Man kann auch in dieser Hinsicht positive Entwicklungstendenzen erkennen, auch wenn immer wieder neue, problematische Formen der Exklusion entstehen.