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Gleichheit

  • Max Haller

摘要

Gleichheit kann - zusammen mit Freiheit - als zentraler gesellschaftlicher Grundwert angesehen werden, der schon seit alters her als solcher gesehen und angestrebt wurde. Zum Einstieg in die Diskussion dieses Begriffes werden sechs Thesen aufgestellt: Sie betreffen die Komplexität des Gleichheitsbegriffes, den Wert der Ungleichheit, die Differenzierung zwischen zwei grundlegenden Formen von Ungleichheit, die Persistenz der Ungleichheit, die häufige Gleichsetzung von Gleichheit und Gerechtigkeit und die politische Relevanz des Gleichheitsbegriffes. Der moderne Gleichheitsbegriff hat seinen Ursprung in der historisch einmaligen Sozialstruktur und Gesellschaft der griechischen Antike, sowie in Christentum und den Bauernkriegen in der frühen Neuzeit. Seither wurde die Idee der Gleichheit systematisch ausformuliert in vier Varianten: im bürgerlich-liberalen, im radikal-revolutionären, im konservativ-ständischen und im demokratisch-reformistischen Gleichheitsbegriff. Sodann wird eine Unterscheidung zwischen totaler Ungleichheit und gruppenbezogenen, spezifischen Formen der Ungleichheit getroffen: erstere gab es in Form von Sklaverei, Ständegesellschaft und Geschlechterungleichheit; letztere beziehen sich auf spezifische Gruppen wie Behinderte, Zuwanderer und Nichtstaatsbürger und weiterhin auch auf Frauen. Hervorgehoben wird schließlich die wichtige Unterscheidund zwischen prozessualen und distributivien Ungleichheiten: erstere betreffen die Zuweisung zu Bildungschancen und Berufspositionen, letztere die Ungleichheiten nach Einkommen und Vermögen. Bei jeder dieser Formen ist auf Prozesse zu achten, wenn man darin auch Aspekte der Benachteiligung und Ungerechtigkeit identifizieren will.