Prostitution/Sexarbeit zwischen rechtlicher Normierung und lebensweltlichen Bewältigungsstrategien. Konsequenzen für die Soziale Arbeit
摘要
Soziale Arbeit wird immer wieder mit Prostitution/Sexarbeit konfrontiert. Der Beitrag analysiert dieses soziale Phänomen, indem er das Tätigkeitsfeld des Sexmarktes beschreibt, die Struktur der ganz überwiegend weiblichen Angebotsseite darstellt sowie ein Bild der Freier vermittelt. Dabei zeigt sich, dass das Phänomen Prostitution von einem hohen Maß an Gewalt geprägt ist, dass es sich als besonders kriminogen erweist und dass sich die Angebotsseite deutlicher Diskriminierung und Vulnerabilität ausgesetzt sieht. In einem weiteren Schritt wird dargestellt, wie sich angesichts dieser Probleme gegenwärtig zwei theoretische Betrachtungsweisen bzw. rechtspolitische Ansätze abzeichnen. Ein liberaler Ansatz geht von der Autonomie der einzelnen aus und sucht besonders Lösungen in der Stärkung der Handlungskompetenz der einzelnen Frauen. Deren im Prinzip freie Berufsentscheidung sei ohne Bewertung ebenso zu akzeptieren wie Bedürfnisse von Freiern. Eine andere Bewertung sieht in der Prostitution ein strukturelles Gewaltverhältnis, das von männlicher Seite aufgrund überkommener Prägungen ausgeübt wird. Staat und Gesellschaft seien aufgefordert dieser Diskriminierung – auf der Nachfrageseite auch strafrechtlich – entgegenzuwirken. Das Kapitel endet mit einer Problematisierung der bisherigen Praxis der Sozialen Arbeit in diesem Feld und stellt weiterführende Fragen.