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Wie funktionieren Terminmärkte? Erklärungen der Social Studies of Finance

  • Gerhard Halder

摘要

“[The market is] everything. Everything. How loudly he’s screaming, how excited he gets, who’s selling, who’s buying, where, which centre, what central banks are doing, what the large funds are doing, what the press is saying, what’s happening to the CDU, what the Malaysian prime minister is saying, it’s everything – everything all the time” (Knorr-Cetina und Bruegger 2002c, S. 168). In der genannten Schrift antwortet ein international erfahrener Händler in einem offenen Interview auf die Frage, was der Markt für ihn sei. Preisbildungsprozesse an den Terminmärkten lassen sich entsprechend als sozialen Prozess beschreiben, in dem erstens globale Mikrostrukturen (Knorr-Cetina und Bruegger 2002a), zweitens die performative Wirkung kalkulativer Devices mit ihrer Tendenz zu gleichgerichtetem Handeln sowie drittens komplexe Framing‐Prozesse zusammenwirken (Hardie und MacKenzie, 2007). Grundlegend dabei ist, dass elektronische Werkzeuge Akteure weltweit zu einem Netz „unsichtbarer Nähe“ verbinden. Vor diesem Hintergrund non-verbaler Kommunikation erfolgen „Plausibilisierungen“ (als Teilaspekt von Framing) der Preisbewegungen durch Akteursnetzwerke. Ein Merkmal der Akteursnetzwerke ist asymmetrische Information (innerhalb und zwischen Akteursnetzwerken). Aber bereits grundlegend lässt sich argumentieren, dass die Einführung und Etablierung neuer Märkte (für Produkte oder Produktklassen; hier der Terminmärkte für Agrarrohstoffe bezüglich „neuer“ Akteure aus der Rendite suchenden Finanzwirtschaft) bedarf Prozesse der Vereinbarung und Standardisierung, z.B. des Produkts, der Spezifikationen, der Bewertung der Werthaltigkeit, den Formen und Räumen des Austauschs. Diese komplexen Prozesse und Vereinbarungen werden unter dem Begriff des Marketizations gefasst (Berndt und Boeckler, 2009).