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Welche Zukunft hat die EU?

  • Heinz Handler

摘要

Haben die wiederkehrenden Krisen den europäischen Integrationsprozess gestärkt oder geschwächt? Die immer noch nachwirkenden Folgen aller Krisen lassen kein endgültiges Urteil zu. Vom Idealfall der Vollintegration aller Mitgliedsländer, wie ihn die sechs Gründungsstaaten vorsahen und auch selbst vorzeigten, ist man im Zuge der EU-Erweiterungen bald abgegangen. Manche der von außen kommenden Herausforderungen (Finanzkrise, Pandemie, Ukrainekrieg) haben die gemeinschaftliche Identität gestärkt. Die Flüchtlingskrise und der Brexit zeigten aber die Grenzen eines Einheitsdaches über heterogene historische Erfahrungen und unterschiedliche gegenwärtige Interessen auf. Auch wenn angesichts der Klimakrise gemeinsames Ziehen an einem Strang optimal wäre, sollte man für die Weiterentwicklung der EU auch „zweitbeste Lösungen“ mitdenken. Dazu gehören mehrschalige Systeme mit einem Kerneuropa und umgebenden Ländergruppen, sei es in konzentrischen Kreisen oder einander überlappenden Clubs. Daran knüpft sich die Frage, wo die künftigen Außengrenzen der EU liegen werden und wie sich die gegenwärtige Neuordnung der globalen Einflusssphären in der geopolitischen Rolle der EU niederschlagen wird.