Horizontale Geographien europäischer Wohnungspolitiken
摘要
Zahlreiche europäische Städte befinden sich in einer Wohnungskrise – eine Krise der Bezahlbarkeit und des Zugangs zu angemessenem Wohnen. In diesem Zuge entstehen vermehrt Forderungen nach einer gemeinsamen europäischen Wohnungspolitik. Europäisierungsforscher:innen stellten zunächst fest, dass die Europäische Union nur einen begrenzten Einfluss auf nationale und lokale Wohnungspolitiken ausübt. Ursachen hierfür liegen nicht nur in der Komplexität von Wohnungspolitik hinsichtlich der Positionierung zwischen räumlichen Maßstabsebenen sowie zwischen sozialen und ökonomischen Spannungskräften. Weiterhin fehlt der Europäischen Union eine formale Kompetenz, um den aktuellen Wohnungsmarktentwicklungen politische und planerische Maßnahmen entgegenzusetzen, die über die Zielsetzungen der sozialen, ökonomischen und territorialen Kohäsion hinaus gehen. Dieser Beitrag geht daher der Frage nach, inwiefern in der Europäischen Union eine implizite wohnungspolitische Dimension entsteht, die nicht explizit als Wohnungspolitik bezeichnet wird. Europäische Wohnungspolitik konstituiert sich dahingegen vor allem über Marktregulierungen und Energieeffizienz sowie über die soziale und städtische Dimension von europäischen Programmen. Der Beitrag betrachtet die horizontalen Geographien von Wohnungspolitiken in der Europäischen Union. Basierend auf der Exploration von ausgewählten Politiken zeichnet der Beitrag die Entstehung einer europäischen Wohnungspolitiken nach und arbeitet unterschiedliche Verständnisse der Wohnungspolitik und des Wohnens als räumlich-materielle, soziale sowie regulative Praxis heraus.