Netzwerk-Governance in der Großregion: Akteure, Strukturen und Entwicklungslinien
摘要
Der Netzwerkcharakter von grenzregionalen Kooperationsstrukturen gilt vielen Beobachter:innen als Realität, wurde bisher aber nur selten empirisch analysiert. Aus der theoretischen Perspektive der Cross-Border und Netzwerk-Governance setzt dieser Beitrag sich daher zum Ziel, die Entwicklung der Netzwerkstrukturen innerhalb der Großregion zu beleuchten. Dafür werden vergleichend die Interreg-Netzwerke der Förderperioden 2007 bis 2013 und 2014 bis 2020 ausgewertet. Theoretisch wird die Erwartung formuliert, dass zentrale Netzwerkpositionen insbesondere auf bereits bestehende institutionell vorteilhafte Positionen, sowohl innerhalb des traditionellen politischen Gefüges als auch innerhalb der Interreg-Struktur, zurückgehen. Diese Erwartung wird tendenziell bestätigt: Sowohl die regionalen Exekutiven als auch die Universitäten der Regionen dominieren die Netzwerke beider Förderperioden. Allerdings zeigen sich auch wichtige Entwicklungslinien: Im Zeitverlauf steigt die Kooperationshäufigkeit der beteiligten Akteure an und einzelne Verbindungen verdichten und institutionalisieren sich – das Netzwerk „wächst zusammen“.