Von Saarabien zur EU: Europäische Diskurse der Extraterritorialität im Wandel der Zeit
摘要
Der vorliegende Beitrag stellt eine Analyse der Historie des Konzepts der flexiblen Territorialität im Kontext der Saarregion dar. Der Aufsatz untersucht die Verhandlung von Rechtskonzepten in verschiedenen historischen Phasen der Saarregion und hebt den Diskurs der flexiblen Territorialität hervor. Die Autor:innen greifen auf Konzepte des US-Imperialismus und des Postkolonialismus zurück und betonen damit, dass flexible Territorialität als koloniales Werkzeug auch ein inhärentes Merkmal supranationaler Strukturen wie der EU ist. Durch die Untersuchung historischer Diskurse deckt der Essay koloniale Kontinuitäten in der Saarregion auf, die die Idee einer supranationalen Europäischen Union beeinflusst haben. Die untersuchten Diskurse werden in Modelle der kulturwissenschaftlichen Border Studies wie B/Ordering und Bordertexturierung eingeordnet und anhand von Phänomenen der Sprachkontaktforschung wird eine Bewertung ihres Beitrags zur Identitätsbildung versucht. Dies ermöglicht die Beschreibung und Analyse der Verhandlung flexibler Territorialität auf der Mikro-Ebene. Der Aufsatz soll darüber hinaus einen Beitrag zu kritischen Debatten über Territorialität, Grenzregime und Kolonialität innerhalb der EU und ihrer Kolonialgeschichte sowie zur weiteren kritischen Untersuchung des Modells des westfälischen Nationalstaats leisten.