Forschungsethik und Datenschutz
摘要
Forschungsethik meint die ethische Analyse und Bewertung moralisch relevanter Aspekte wissenschaftlicher Forschung. Sie betrifft die Interessen und das Wohlergehen der an Forschung teilnehmenden und von ihr unmittelbar betroffenen Personen wie auch die wissenschaftliche Qualität und die gesellschaftlichen Auswirkungen der betreffenden Untersuchungen. Zentrale forschungsethische Grundsätze sind der Respekt vor der Autonomie von Probandinnen und Probanden, die Schadensvermeidung (Non-Malefizienz) und das Wohltun (Benefizienz) sowie die Gerechtigkeit. Im weiteren Sinne umfasst der Begriff auch die auf solche ethischen Analysen und Bewertungen ausgerichteten Institutionen, Prozesse und Regularien, also z. B. forschungsethische Kodizes und Ethikkommissionen. Auch im Kontext der Versorgungsforschung spielen forschungsethische Gesichtspunkte eine wichtige Rolle, wobei die spezifischen Besonderheiten des Feldes zu berücksichtigen sind, etwa die häufig sozialwissenschaftliche Ausrichtung und der ausgeprägte Anwendungsbezug. Zur Berücksichtigung des Datenschutzes in der Versorgungsforschung ist zunächst das hierfür zentrale Konzept des Personenbezugs zu verstehen. Die Verarbeitung personenbezogener Daten führt zur Anwendung des Datenschutzrechts: Die Verantwortlichkeit für eine Datenverarbeitung ist zu klären und der Verantwortliche hat sicherzustellen, dass die Verarbeitung auf einer ausreichenden Rechtsgrundlage aufbaut. Zusätzliche Vorgaben zur Transparenz, zur Gewährung von Betroffenenrechten, zur ggf. notwendigen Durchführung einer Datenschutz-Folgenabschätzung, zur Umsetzung von Meldepflichten usw. sind vom Verantwortlichen einzuhalten. Die Berücksichtigung einiger weniger handlungsleitender Empfehlungen unterstützt die datenschutzgerechte Durchführung von Versorgungsforschung.