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Le carnaval du Louvre in Émile Zolas L’Assommoir (1877). Vom euphorischen ‚walk-of-fame‘ zum miserabilistischen ‚walk-of-shame‘

  • Lars Henk

摘要

In der Zola-Forschung herrscht Einigkeit über den Miserabilismus in seinem Arbeiterroman L’Assommoir. Er wird darauf zurückgeführt, dass der Naturalist dem dominant-bourgeoisen Repräsentationsmodus seiner Zeit verhaftet geblieben ist. Außenvorgelassen wird in den literaturwissenschaftlichen Studien jedoch die narrative Herstellung der Kongruenz von Arbeiter-Ideologie und Roman. Der vorliegende Beitrag setzt sich das Ziel, diese unter Rückgriff auf Michail Bachtins Karnevalstheorie zu rekonstruieren. Im Spiegel des grotesken Realismus wird erstens die Verkehrung eines euphorisch-karnevalesken Selbstbilds der classes laborieuses in das miserabilistische Gegenteil nachgewiesen. Darüber hinaus lässt sich Zolas Bewusstsein für das Ethnozentrismusproblem offenlegen, das die Forschung bis dato nicht herausarbeitet hat. Dies eröffnet schließlich den Raum für eine mögliche Neubewertung des französischen Naturalisten: In reflexiven Ansätzen leistet Zola einen originellen Beitrag zur Entstehung jener ‚dritten Kultur‘ zwischen Literatur und Naturwissenschaft, die sich unter dem Namen der Soziologie auf der Schwelle zwischen dem 19. und dem 20. Jahrhundert zu einer akademischen Disziplin in Frankreich entwickelt hat.