Michel Houellebecq und die Soziologie: Kautelen aus literaturwissenschaftlicher Sicht. Anti-sozialer Dandy vs. Erbe des Realismus
摘要
Der Artikel stellt die Frage, inwiefern gerade im Falle des französischen ‚Großautors‘ Michel Houellebecq eine strikte Differenzierung der Wissenskulturen von soziologischer Analyse und literarischer Gesellschaftserzählung insofern dringend angebracht ist, als dass vor allem Houellebecqs jüngere Texte apriorisch Gesellschaft als Potentialität des Zusammenlebens ausschließen. Sie tun dies durch eine emphatisch erzählte philosophisch-pessimistische Deutung von Mensch und Individuum sowie einen repetitiv beschworenen biologischen Determinismus, der kategorisch in kollektive wie individuelle ‚Untergänge‘ führt. Trotz komplexer sarkastischer Portraits und politischer Deutungen gesellschaftlicher Zusammenhänge stehen Houellebecqs Erzähltexte aufgrund ihrer philosophischen und ästhetischen Axiomatik in eklatantem Gegensatz zu den erkenntnistheoretischen Prämissen soziologischer Forschung.