Sportvereine in Deutschland: Status quo nach der Covid-19-Pandemie
摘要
Die deutschen Sportvereine wurden durch die Covid-19-Pandemie in verschiedener Weise stark gefordert. Dieser Beitrag bemüht sich, die aus der Pandemie resultierenden Herausforderungen auf Sportvereine zusammenzutragen und zu untersuchen. Hierfür wird zunächst der Forschungsstand zu Sportvereinen in Deutschland aus mehreren Perspektiven beleuchtet, um daran anschließend Hypothesen zu formulieren. Die Covid-19-Pandemie wird dabei als externer Schock interpretiert und die Auswirkungen dieses Schocks auf die Sportvereine geprüft. Die Ergebnisse bestehender Forschung zeigen, dass Vereine als Sozialisationsinstanzen wirken und den Aufbau von Sozialkapital unterstützen, die Kontaktbeschränkungen während der Pandemie aber dazu geführt haben, dass Sozialkapital in geringerem Maße gebildet werden konnte. Es ist festzustellen, dass Sportvereine durch ihre Sozialstruktur die negativen Effekte beschränken konnten, jedoch zeigen sich vor allem bei größeren Vereinen ökonomische Probleme durch die Beschäftigung Hauptamtlicher und die Unterhaltung eigener Sportanlagen. Dennoch konnten Vereine die negativen Auswirkungen durch Ersatzangebote teilweise mildern. Die eingeschränkten Sportmöglichkeiten wurden durch digitale Angebote, nicht-organisierten Sport und Trainingsvideos ersetzt oder ergänzt, sodass hier die Mitgliederbindung aufrechterhalten werden konnten. Insgesamt sind die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf die deutschen Sportvereine weniger stark ausgeprägt als zu Beginn der Pandemie seitens vieler Sportverbände befürchtet, was auf die Anpassungsfähigkeit des Organisationstyps Sportverein zurückgeführt werden kann.