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Offene Zukunft und unsicheres Zukunftswissen: die Endlagerung hochradioaktiver Abfälle

  • Armin Grunwald

摘要

Die sichere Lagerung radioaktiver, insbesondere hochradioaktiver und damit wärmeentwickelnder Abfallstoffe ist in Deutschland als Endlagerung in einer tiefen geologischen Formation beabsichtigt. Bestimmte Ungewissheiten resultieren aus der Notwendigkeit, lange Zeiträume, für die Zukunftswissen grundsätzlich unsicher ist, in Betracht ziehen zu müssen. Jegliche Strategie zum langfristigen Umgang mit hochradioaktiven Abfällen ist angesichts der Halbwertszeiten der jeweiligen Nuklide bzw. ihrer Zerfallsprodukte mit der Notwendigkeit konfrontiert, für lange, teils sehr lange Zeiträume zu planen bzw. Vorsorge zu treffen. Es geht um Sicherheit vor Strahlung und möglichen toxischen Effekten durch die Abfälle bzw. ihre Zerfallsprodukte für eine Million Jahre, wie dies 2010 vom Umweltministerium festgelegt wurde. Die erwartete Gewährleistung bzw. ein Nachweis dieser Sicherheit kollidieren insbesondere mit der Erfahrung, dass Zukunftswissen generell und insbesondere für derart lange Zeiträume unsicher ist. Die Spannung zwischen dieser bekannten Unsicherheit und dem Wunsch nach Sicherheit ist Gegenstand dieses Kapitels. Der Schwerpunkt liegt auf erkenntnistheoretischen Fragen des Zukunftswissens, wobei Zukunftswissen nach naturwissenschaftlichen und gesellschaftlichen Feldern erkenntnistheoretisch differenziert betrachtet wird. Die Übertragung dieser allgemeinen Betrachtungen auf die Endlagerung erlaubt Schlussfolgerungen für Verantwortungszuschreibung und Handeln.