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Ein erster methodischer Ansatz zur Identifikation von Ungewissheiten bei der individuellen Durchführung der Materialparameterermittlung für numerische Simulationen aus arbeitspsychologischer Sicht

  • Henriette Muxlhanga,
  • Johann Arne Othmer,
  • Oliver Sträter,
  • Karl-Heinz Lux,
  • Ralf Wolters,
  • Jörg Feierabend,
  • Junqing Sun-Kurczinski

摘要

Der Kernkraftwerksbetrieb endet. Doch die dabei entstandenen hochradioaktiven Abfälle sind für einen sehr langen Zeitraum sicher im geologischen Untergrund ein- beziehungsweise endzulagern. Angesichts von Ungewissheiten, die planungsseitig auf Prozess- und Systemebene bestehen, ist eine möglichst robuste Endlagerkonzeption erforderlich. Diese Forderung bezieht sich nicht nur auf die technische Ausgestaltung, sondern muss auch soziale Aspekte mitbetrachten – in diesem Fall den im Rahmen der Arbeitspsychologie genannten Faktor Mensch. Auf den Planungs- und Ausführungsprozess bezogen sind darunter die menschlichen Einflüsse zu verstehen, die aus subjektiv geprägtem Handeln resultieren. Die Ursachen und möglichen Auswirkungen des Faktors Mensch auf die technische Planung werden in diesem Beitrag beispielhaft untersucht. Im Rahmen des Planungsprozesses sind numerische Simulationen zur prognostischen Ermittlung des Endlagersystemverhaltens etabliert. Grundlage für die numerische Simulation ist die Abbildung des geplanten Endlagersystems in einem Simulationsmodell durch die Modellierenden. Für die Prognose des Langzeitverhaltens lässt sich nur schwer einschätzen, ob bei der Durchführung der rechnerischen Simulationen der jeweilig Modellierende mit seiner individuellen Vorgehensweise einen relevanten Einfluss hat. Daher wird in diesem Beitrag der individuelle Einfluss von Modellierenden am Beispiel einer Einlagerungsstrecke betrachtet, für die eine Prognose ihres langfristigen Tragverhaltens vorzunehmen ist. Ein Teil dieser Planungsarbeiten umfasst die Ermittlung von Parametern zur physikalischen Abbildung des Gebirgsverhaltens und die Simulation der Streckenverformungen im Laufe der Zeit. Vor diesem Hintergrund sind mehrere Modellierer parallel bei der Parameterermittlung mit verschiedenen methodischen Ansätzen der Arbeitspsychologie beobachtet worden. Die Ergebnisse dieses Beitrags zeigen, in welchem Umfang und aus welchen Gründen der Faktor Mensch bei der Prognose des Verhaltens sicherheitstechnischer Komponenten des Endlagersystems relevant sein kann. Daher sollte der Faktor Mensch soweit möglich bereits proaktiv auf Seiten des Antragstellers und nicht nur reaktiv im Rahmen des Genehmigungsverfahrens berücksichtigt werden.