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Rolle, soziale

  • Ingo Schulz-Schaeffer

摘要

„Soziale Rollen sind Bündel von Erwartungen, die sich in einer gegebenen Gesellschaft an das Verhalten der Träger von Positionen knüpfen“ (Dahrendorf 2006: 37). Die soziologische Rollentheorie dient der Beschreibung und Analyse von Formen der Verhaltensabstimmung zwischen menschlichen Akteuren, die dadurch gekennzeichnet sind, dass die Beteiligten wechselseitig aufeinander bezogene Stellungen innerhalb sozialer Zusammenhänge innehaben, die mit bestimmten, wechselseitig aufeinander bezogenen Verhaltensweisen verbunden sind. Die Rollentheorie fokussiert vor allem gesellschaftlich vorgeformte Stellungen und kulturell vorgefertigte Verhaltensmuster und konzipiert soziale Strukturen dieser Art als einen Zusammenhang von Positionen und Rollen. Die gesellschaftlich vorgeformten Stellungen werden dabei als Positionen (oder Status) bezeichnet, die mit ihnen verknüpften Verhaltensweisen als Rollen. Als Begründer der soziologischen Rollentheorie gilt Ralph Linton (1979). Wesentliche Weiterentwicklungen stammen von Robert K. Merton (1910–2003). Ralf Dahrendorfs (1929–2009) Buch „Homo Sociologicus“ (2006) bietet die „noch immer mustergültige Kodifizierung“ (Schimank 2010: 59) der Rollentheorie. In ihrer Grundform hat die soziologische Rollentheorie eine gewisse Affinität zum Strukturfunktionalismus, ohne aber theoretisch von ihm abhängig zu sein.