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Raum

  • Jan Wehrheim

摘要

Raum hat in der Soziologie und darüber hinaus Konjunktur. Es ist gar von einem „spatial turn“ die Rede, bei dem etwa Edward Soja „spatiality“ gleichrangig neben „historicity“ und sogar neben „sociality“ stellt (Soja 1996: 6). Von dieser Konjunktur zeugt auch die Vielfalt der Begrifflichkeiten: angeeigneter physischer Raum, Sozialraum, space, place, Räumlichkeiten, Regionalisierungen, Raumausschnitte, Territorialisierungen, global-local, hybride Räume, relationaler Raum, wahrgenommener Raum, Heterotopien, Nicht-Orte, Platzierungen usw. Verstärkt wird die damit einhergehende Unübersichtlichkeit dadurch, dass (zumindest einige) dieser Begriffe teilweise beliebig mit Inhalt gefüllt werden (vgl. etwa die Beispiele zur Beliebigkeit des Begriffs „Sozialraum“ bei Kessl und Reutlinger 2016). Auch jüngere soziologische Theoretisierungen von Raum, auf die die vielfältigen Begriffe überwiegend zurückgehen, zeichnen sich durch wenig übersichtliche und oft mit weiteren neuen Wortschöpfungen verbundene Konzepte aus: die Dreiteilung in räumliche Praxis, Repräsentationen von Raum und Raum der Repräsentation bei Henri Lefebvre (1991), der Matrix-Raum bei Dieter Läpple (1991) oder Syntheseleistung und spacing bei Martina Löw (2001). Der kleinste gemeinsame Nenner dieser Begrifflichkeiten ist gleichwohl der Bezug zum physischen Raum. Es geht also nicht um eine reine Metapher (wie zunächst bei Bourdieus Begriff des „sozialen Raums“, der eher alternativ zum Begriff der „Klasse“ verwendet wird, oder wie auch beim Stichwort „virtuelle Räume“, mit denen facebook oder auch Online-Rollenspiele umschrieben werden), sondern um (sozial bedeutsame) Räume, die auch in metrischen Maßeinheiten beschrieben werden können.