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Methoden der empirischen Sozialforschung

  • Paul B. Hill

摘要

Soziologie bzw. allgemeiner Sozialwissenschaften sind in ihrem Kern empirische Wissenschaften. Das heißt, die Entwicklung von Hypothesen und Theorien und ihre Konfrontation mit den realen Fakten, deren Resultat die vorläufige Bestätigung oder vorläufige Zurückweisung der theoretischen Überlegungen zur Folge hat, ist ein ganz zentraler Bestandteil der erfahrungswissenschaftlichen Vorgehensweise. Das methodologische Fundament dieses Postulates wird in der Wissenschaftstheorie seit A. Comte vertreten und ist zugleich in wichtigen Teilen sehr deutlich differenziert und modifiziert worden. Im letzten Jahrhundert haben vor allem zwei Denktraditionen, der Logische Empirismus (Carnap 1974) und der Kritische Rationalismus, die eine Vielzahl von Gemeinsamkeiten aufweisen, die Weiterentwicklung bestimmt. Der Logische Empirismus hielt an der Idee der Verifikation fest. Die Prüfung wissenschaftlicher Theorien soll zu Ergebnissen führen, die auch zukünftig Geltung haben. Aber auch wenn die die empirischen Sachverhalte beschreibenden Aussagen bestätigt bzw. in wissenschaftlichen Untersuchungen replizierbar sind, rechtfertigt keine (immer endliche) Menge an konsistenten Beobachtungssätzen eine raum-zeitliche Verallgemeinerung. Wenn aber der dazu notwendige (gehaltserweiternde) Schluss von gegenwärtigen Resultaten der Theorieprüfungen auf zukünftige nicht möglich ist, kann die Verifikation (also der Nachweis der Wahrheit) von Theorien keine brauchbare methodologische Regel darstellen. Auf dieses Problem hat vor allem K. R. Popper (1976) hingewiesen. Das Fehlen einer brauchbaren Induktionslogik schwächt die Überzeugungskraft des Logischen Empirismus und seine forschungspraktische Relevanz nachhaltig. Diese kritischen Hinweise belasten nicht nur den Logischen Empirismus, sondern natürlich auch und noch mehr die (alte) positivistische Wissenschaftslehre. Dem Glauben an die Möglichkeit einer Verifikation wird der Boden entzogen. Schon dadurch bricht die moderne erfahrungswissenschaftliche Methodologie eindeutig mit dem Positivismus.