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Medien

  • Andreas Ziemann

摘要

Medien weisen begriffsgeschichtlich einen komplexen Bedeutungshorizont auf (vgl. Hoffmann 2002), sind aber erst einmal in allgemeiner Hinsicht als Vermittlungstechniken und -instanzen zu verstehen. Der Anthropologie zufolge entstehen aus erstem Werkzeuggebrauch und dessen Pflege und Verbesserung (zur Bearbeitung und Veränderung der widerständigen Natur) immer weitere Techniken und Technologien, die für die psychophysische Gestalt des Menschen Ergänzung, Verstärkung und Entlastung (nicht selten aber auch Belastung) bedeuten (vgl. Leroi-Gourhan 1980; Gehlen 2003: 6 f.). McLuhan (1968) schließt daran an und qualifiziert jede neue Technik- und Medienerfindung als Ausweitung oder Selbstamputation des Körpers und seiner Sinnestätigkeit. Von Medien im engeren Sinne lässt sich – in Differenz zum Werkzeugbegriff – genauer erst dann sprechen, wenn sie unser Sosein, unsere Bewusstseinsstrukturen und unsere Möglichkeiten und Formen der „Ausdrücklichkeit“ verändern und uns letztlich zu „Servomechanismen“ ihrer selbst machen. Aus technik- und kulturwissenschaftlicher Perspektive wiederum leisten Medien respektive die so genannten „Aufschreibesysteme“ die Fixierung, Übertragung, Archivierung und weitere Verarbeitung von Informationen (vgl. Kittler 1995, 2002). Auch hier wurde zunehmend die „Neutralität“ von Medien und Nachrichtentechnik aufgegeben zu Gunsten der Einsicht, dass sie unser Denken, Wissen und Handeln unhintergehbar beeinflussen und mitprägen. Alle medienwissenschaftlichen und kultur- wie mediensoziologischen Diskurse neueren Datums sind sich demzufolge einig, dass jegliche moderne Welt-, Sozial- und Selbsterfahrung medienbasiert und medienbedingt ist.